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11.09.2010 - 04:07
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Das Interview
Splashmusik: Du kommst aus Indonesien, bist seit 16 Jahren in Deutschland. Woher kommt Dein gutes Deutsch?

Sandhy: Ich habe zunächst ein halbes Jahr Privatunterricht genommen und musste die Sprache für mein Studium lernen. Und dann hatte ich viel Kontakt zu Deutschen.

Splashmusik: Du hast bei der Castingshow von Stefan Raab mitgemacht. Wie kam es dazu?

Sandhy: Ein Freund hat mich dazu angeregt. Und ich habe mir dann gedacht: Warum nicht? Mir hat dabei vor allem gefallen, dass man seine eigenen Songs performen konnte und nicht irgendwelche Songs, die gar nicht zu einem passten.

Splashmusik: Wirst Du einmal bei RTL auftreten?

Sandhy: Wenn Sie mich wollen, ja sicher.

Splashmusik: Wie viel Kontakt hattest Du mit Stefan Raab?

Sandhy: Nicht sehr viel. Wir haben glaube ich nur zweimal miteinander gesprochen und da nur für fünf Minuten. Außerhalb der Sendung habe ich ihn fast nicht gesehen.

Splashmusik: Zu Gregor hast Du noch Kontakt. Wie sieht es mit den anderen Künstlern aus Raabs Sendung aus?

Sandhy: Neulich war ich auf einem Konzert mit Stefanie aus Dortmund, die mit ihrer eigenen Band aufgetreten ist, aber zu den anderen Kandidaten habe ich leider keinen Kontakt mehr.

Splashmusik: Hättest Du in Indonesien auch Erfolg mit Deiner Musik gehabt? Was hört man da überhaupt für Musik?

Sandhy: Da hört man eigentlich alles, was auch hier gehört wird. Ja, ich denke, dass ich da hätte Erfolg haben können.

Splashmusik: Na ja, wenn man hierzulande nach Indonesien reist, dann wird man in Urlaubsparadiesen untergebracht und erfährt nicht so viel von der Kultur, daher die Frage.

Sandhy: *lacht* Stimmt, da hast Du Recht. Und für Urlaub ist Indonesion auf jeden Fall ein schönes Land. Ich mache gerne dort Urlaub.

Splashmusik: Du sagst Du machst dort gerne Urlaub. Aber würdest Du wieder dort leben wollen?

Sandhy: Das ist auch meine Heimat (beide Länder). Am liebsten 6 Monate in Deutschland im Sommer und im Winter ab nach Indonesien!

Splashmusik: Du warst als Straßenmusiker unterwegs. Ich stelle mir das nicht gerade einfach vor. Wie gefährlich ist es und wie ist es Dir dabei ergangen.

Sandhy: Das kommt ein bisschen darauf an, wo Du bist. Ich habe eigentlich in allen Städten gerne gespielt, außer in München. Da sind die Polizisten so komisch. Die haben mich dort oft kontrolliert. Wenn Du eben ein bisschen ausländisch aussiehst und dann noch auf der Strasse spielst, dann wollen die immer gleich den Ausweis sehen. In Berlin ist das anders. Da spielt man oft tagelang und wird nicht kontrolliert.

Es ist ein guter Nebenverdienst, den man dabei hat. Ich laufe einfach durch die U-Bahn und lächle. Ich bitte nie um Geld, aber die Leute stecken mir immer etwas zu. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich das darf, ich habe nie in den Regeln der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe, Anm. d. Redaktion) nachgesehen. Aber es macht Spaß und solange Du Dich von gefährlichen Menschen fern hältst, ist das kein Problem.

Splashmusik: Spielst Du noch auf der Strasse?

Sandhy: Ja, mir macht das immer noch Spaß. Ich habe das so lange gemacht und warum sollte ich damit aufhören?

Splashmusik: Wirst Du da inzwischen von den Menschen erkannt?

Sandhy: Ja, manchmal. Sie finden es cool, dass ich da spiele. Und warum auch nicht? Auch Bruce Springsteen hat mal in einer Fußgängerzone eine CD von sich gespielt. Und er ist der Boss. Wenn er das machen kann, warum dann ich nicht auch?

Splashmusik: Ja, das ist cool. Es könnte Dir höchstens passieren, dass die Leute sagen "Hey, der hat eine CD herausgebracht, der verdient schon genug, der kriegt nichts von mir."

Sandhy: *lacht* stimm, das könnte passieren. Aber im Moment finden es alle sehr cool, wenn sie mich sehen und freuen sich. Dieser direkte Kontakt zu den Fans ist mir sehr wichtig.

Splashmusik: Der ja sehr viel direkter ist, als auf der Bühne.

Sandhy: Stimmt genau.

Splashmusik: Wir haben übrigens eine gemeinsame Leidenschaft: Comics. Du hast mal Comics gezeichnet. Was waren das für Comics?

Sandhy: Ich habe Karikaturen gezeichnet und werde jetzt noch ab und zu darum gebeten, welche zu zeichnen.

Splashmusik: Also Comics und Musik, welche Leidenschaften hast Du noch?

Sandhy: Kochen und Essen. Sowohl indonesisch wie auch Deutsch. Ich koche sehr gerne die indonesische Küche, nur die deutsche Küche kann ich nicht kochen. Aber ich liebe Knödel. Neulich waren wir bei Freunden eingeladen. Da hat der Mann gekocht. Ich glaube ich habe noch nie ein so gutes Essen von einem männlichen Koch gegessen. Das war fantastisch. Meine Freundin bekocht mich mit deutscher Küche.

Splashmusik: Was isst man eigentlich in Indonesien?

Sandhy: Das beste Essen der Welt!!!

Splashmusik: Mmmmm, hört sich sehr gut an.

Sandhy: Ich lade Dich gerne einmal ein zum Essen.

Splashmusik: Darauf komme ich gerne zurück, wenn ich mal in Berlin bin. Kommen wir noch einmal zu Deiner CD zurück. Nach zehn Jahren Deine erste CD. Welche Lieder sind Deine Favoriten?

Sandhy: Uff, das ist schwierig. "Down On The Streets" auf jeden Fall, "You and I", "Why don't We", "Superstar"…

Splashmusik: Ich glaube, Du liest mir gerade das Inhaltsverzeichnis vor. *lacht* Also die ganze CD?

Sandhy: *lacht* Ja, eigentlich die ganze CD.

Splashmusik: Du hast bei Raab "You and I" performed und einiges an Kritik einstecken müssen. Wie ist es Dir da ergangen?

Sandhy: Ich fand das sehr schade. Es gab auch einige Leute, die mich danach drauf angesprochen haben und meinten: Was labert der da überhaupt? Von wegen kein Refrain, der ist doch da. Aber es war ok. Klar, verglichen mit dem Song, den Gregor gesungen hat, war meiner sehr viel schwieriger angelegt. Gregors Song war da schon besser, kommerzieller.

Splashmusik: Du spielst ein paar Gigs zusammen mit Gregor. Wie ist das zustande gekommen?

Sandhy: Das war nicht ganz einfach. Eigentlich wollten wir zusammen touren. Ich hatte ihn schon etwas länger darauf angesprochen und er fand das sehr cool und wollte es machen. Aber Universal wollte es nicht. Auch als er seine Releaseparty hatte, sollte ich spielen, aber Universal wollte es nicht. So tritt er eben bei meinen Gigs auf, wie zum Beispiel bei meiner Releaseparty im Berliner Lido. Wir können uns gut leiden und sind wirklich gute Freunde geworden.

Splashmusik: Würdest Du es jedem ernsthaften Künstler empfehlen bei Raab mitzumachen?

Sandhy: Auf jeden Fall. Für mich war das eine tolle Erfahrung, Du bekommst eine unbezahlbare Promotion. Und es war auch egal, dass ich es nicht ins Finale geschafft habe. Klar, ich wäre gerne ins Finale gekommen, aber ich habe jetzt meine erste eigene CD. Das ist erst durch die Sendung möglich geworden.

Splashmusik: Und bei DSDS?

Sandhy: Nein, da verkauft man seine Seele. Man muss da auf Jahre hinaus machen, was die wollen. Man kann vielleicht gar nicht seinen eigenen Stil entwickeln.

Splashmusik: Und hat potentiell Dieter Bohlen als Produzent. Grausame Vorstellung…

Sandhy: Ja, das kann ich mir auch nicht vorstellen. Klar verdient man da wahnsinnig viel Geld. Aber Geld ist nicht alles. Man verliert seine Identität. Ich könnte dann nicht mehr ich selbst sein. Da ist es so, wie es gekommen ist, sehr viel besser.

Splashmusik: Wir bedanken uns ganz herzlich für Deine Zeit und drücken Dir alle Daumen für Deine erste CD und vielleicht hören wir uns zur zweiten CD wieder.

Sandhy: Danke Dir auch für Deine Zeit.


Special vom: 15.05.2008
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
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