Musik-Besprechung - The Whispertown 2000 - Swim
Inhalt:
The Whispertown 2000 ist ein Quartett aus Los Angeles, welches von der Schauspielerin Morgan Nagler gegründet wurde. Mit „Swim“ legen sie ihr zweites Album vor. Musikalisch könnte man das Oeuvre der Gruppe in den fast schon infltionär überlaufenen Bereich des Indie-Folk einordnen. Stellenweise driftet das ganze mehr oder weniger stark in Richtung Country ab, hin und wieder auch in Popregionen. Dennoch ist Folk als Oberbegriff wohl die passendste Klassifizierung für The Whispertown 2000. Das vorliegende Album beginnt mit dem grandiosen 103, einem eher pop-artigen Titel über das Erreichen eines hohen Lebensalters. Der Text dazu ist im Grundtenor nachdenklich, offenbart bei genauerem Hinhören aber durchaus ironische Spitzen. Direkt darauf folgt „Done with Love“, welches musikalisch zweifelsfrei aus den 1960ern stammen könnte. Ein markanter Rhythmus mit einer nicht minder präsenten, recht cool gespielten und ab und an leicht neben dem Takt liegenden Gitarre angereichert ist in Kombination mit dem grüblerischen Text ein starker Kontrast zum ersten Titel. Doch es ist genau dieser Kontrast, der den Hörer fesselt und unweigerlich weiterhören lässt. Man wartet gespannt auf das, was da in den nächsten Titeln noch kommen mag. Und es kommt einiges… Zwar schaffen es The Whispertown 2000 nicht, das sehr hohe Level der ersten beiden Titel konsequent auf die gesamte Albenlänge auszudehnen, aber es gelingt ihnen, den Hörer immer wieder zu fesseln und bis zum Verebben des letzten Tons der CD vor der Anlage sitzenzubleiben ohne dass zwischendurch der Wunsch aufkommt, nun endlich die Skip-Taste des CD-Players zu betätigen. Besonders hervorzuheben ist Naglers Stimme, die nervig, aber nie langweilig werden kann und die in ihrer leicht „sägenden“ Art der Präsenz je nach Text die Effekte des Hörens verstärkt und untermalt. Dies tut sie einerseits schneidend und leicht krächzig wie nach einer alkohol- und nikotinangereicherten und langen Nacht und manchmal beinahe verträumt und leicht, mit der Melodie und dem Rhythmus schwebend und auf eine unauffällig charmante, beinah nonchalante Art und Weise.
Aufarbeitung:
Die CD kommt in einem unprätentiösen Pappcover daher. Das passt zwar zur handgemachten und beinah rustikalen Art der Musik, dennoch wären ausführlichere Liner-Notes wünschenswert, denn leider sind diese nur sehr spärlich - um nicht zu sagen – kaum vorhanden. Angesichts der Musik mag man es verzeihen, leichte Abzüge in der B-Note gibt es deshalb aber doch, denn das erfreulich gute Gesamtpaket dieses Albums könnte dadurch aufgewertet werden.
Fazit:
Mit Swim haben The Whispertown 2000 ein sehr gutes zweites Album herausgebracht. Der Kauf lohnt, denn alles passt. Morgans Stimme fügt sich bei der Intonation der selbstgeschriebenen Stücke dieser Songwriterin elegant in die Rhythmen ihrer musikalischen Mitstreiter. Die Freude der Musiker bei der Erstellung des Albums wird hier eindeutig hörbar und es ist erfreulich festzustellen, dass es auf dem überschwemmten Segment des Indie-Folk eine weitere Gruppe gibt, die absolut heraussticht und überaus hörenswert ist.
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The Whispertown 2000
The Whispertown 2000 - Swim
Autor der Besprechung:
Nikolas Schmitz
Label:
Acony
Preis: € 14,95
Erscheinungsjahr: 2009
Veröffentlichungstermin: 30.01.2009
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