Musik-Besprechung - Judith Owen - Mopping Up Karma
Inhalt:
Judith Owen erfreut sich nicht gerade flächendeckender Bekanntheit, was man angesichts ihres musikalischen Schaffens durchaus bedauern kann. Die walisische Chanteuse, deren Musik man noch am ehesten als eine Mischung aus Folk und Singer/Songwriter bezeichnen kann, hat ein neues Album hervorgebracht, welches sich ein bisschen von ihren bisherigen Veröffentlichungen entfernt. Hörbar mehr tendiert sie nun in Richtung Pop. Der Hörer des Albums, auf dem Frau Owen ihr Karma aufwischen möchte, was sie auf dem Cover eindrucksvoll unter Beweis stellt, fühlt sich mehr als einmal stark an Sheryl Crows „Tuesday Night Music Club“ erinnert.
Generell könnte man die Titel auf dem aktuellen Album als stellenweise seicht aufgepoppte Exkursionen in den Bereich Chanson werten. Insbesondere das ständig präsente Piano mit seinen klassischen Harmonien und seichte Rhythmen im Hintergrund verstärken diesen Eindruck. Immer wieder erscheinen Anklänge an ihre bisherigen Veröffentlichungen, sie ist sich ihrer musikalischen Grundlinie treugeblieben, verlässt diese immer wieder auf einigen Seitenpfaden, bleibt dabei aber in hörbarer Reichweite des Gewohnten. Doch während man sich bei ihren bisherigen Titeln immer wieder ein wenig an Joanna Newsom (freilich ohne deren Harfe) erinnert fühlte, erklingen auf dem Karma-Album immer stärker werdende Reminiszenzen an reinrassige Unterhaltungsmusik erster Güte.
Es überwiegt eine klassische Instrumentierung. Vom dominanten Piano wurde weiter oben schon berichtet, es finden sich auch immer wieder Streicherpassagen und sanfte Gitarrenparts. Nichts aufregendes, aber genau das kann auch den Reiz eines Albums ausmachen. Owens Stimme ist markant und präsent, nicht unbedingt einzigartig oder unter Hunderten ohne Weiteres heraushörbar, aber dennoch so, dass man ihr und ihren Texten gerne und stellenweise auch gebannt zuhört.
Aufarbeitung:
Die CD kommt in einem speckig hochglänzenden Digipack daher. Außer der Titelliste und den Album-Credits sind keine weiteren Informationen verfügbar, keine Texte, keine Hintergrundinformationen: Nichts. Dafür posiert Judith Owen großflächig auf drei Fotos. Wer ein Anhänger liebevoll und informativ gestalteter Cover und Booklets ist, wird hier ein wenig enttäuscht. Da hilft es auch nicht, dass man auf ihrer Webseite weitere Informationen erhalten kann. Es bleibt beim Hören, denn der Genuss des dabei Herumblätterns und Lesens des Booklets wird einem hier genommen.
Fazit:
Das Album Mopping Up Karma ist eine Veröffentlichung mit durchaus respektablem Unterhaltungswert. Dieser ist zwar recht kurzlebig, aber so ist das eben bei kurzweiligen Pop-Alben. Nichts zum ständigen Hören und immer wieder Neuentdecken musikalischer Nuancen, aber genau das richtige für gemütliches Hören passabler Musik oder aber leichte Beschallung im Hintergrund. Die Musik belastet nicht und wenn man möchte, kann man konzentrierter hinhören ohne dass Langeweile aufkommt. Genau so gut kann man sich aber eben auch berieseln und die Musik einfach nur aus den Lautsprechern tröpfeln lassen. Reinhören lohnt also durchaus.
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Judith Owen
Judith Owen - Mopping Up Karma
Autor der Besprechung:
Nikolas Schmitz
Label:
Courgette Records
Preis: € 16,99
Erscheinungsjahr: 2009
Veröffentlichungstermin: 23.01.2009
Produzent: Clifton Magness
Zur Website von Judith Owen
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