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11.09.2010 - 02:57
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Musik-Besprechung - Neil Diamond: Hot August Night / NYC

Inhalt:
Vor 36 Jahren hatte Neil Diamond schon einmal eine „Hot August Night“ performed, damals in Los Angeles, im Greek Theatre. 2008 kehrte er in seine Heimatstadt New York zurück und spielte an vier aufeinanderfolgenden Abenden im komplett ausverkauften Madison Square Garden. Die vorliegende DVD entstand in diesen Tagen und zeigt eines der kompletten Konzerte, sowie Szenen Backstage.

Aufarbeitung:
Wer in den Siebzigern geboren wurde, der konnte sich oft genug vor Elvis Presley nicht retten. Der Künstler war damals fast überall zu hören. Da kam es fast schon einem Kulturschock nahe, dass nicht er seine Lieder schrieb, sondern viele andere Künstler dafür verantwortlich waren, darunter auch Neil Diamond, den eine Freundschaft mit Presley verband und der sogar als jüdischer Elvis bekannt wurde. Kaum Einen wunderte es, als Diamond große Teile von Presleys Band übernahm, als dieser sich 1977 mittels einer Medikamentenüberdosis ein frühzeitiges Ende setzte. Noch heute spielt beispielsweise Ronny Tut als Schlagzeuger bei Liveauftritten von Neil Diamond.

Diamond war und ist auch Weggefährte der zumindest im Ausland bekannteren Barbara Streisand, die sich bei dem Lied „You don‘t bring me Flowsers“ zuerst ein virtuelles, dann ein echtes Duett lieferten. Die Beiden gingen in Brooklyn sogar in denselben Chor. Er verkaufte 115 Millionen Platten weltweit, rangiert auf Platz der ewigen Bestenliste der Billboard-Charts und wird dort nur von Barbara Streisand und Elton John geschlagen. Ein Unbekannter ist er also bei weitem nicht mehr auch wenn die Plattenkäufe nach den Achtzigern deutlich rückläufig sind. Aber er tourt weiterhin erfolgreich durch die Welt und natürlich auch durch die USA. Seine eigene Aussage dazu: „Werde ich jemals mit dem Touren aufhören? Das wird nicht passieren.“

Nun, warum sollte er auch? Wenn ein Künstler mit 67 Jahren nicht nur so fit aussieht, sondern auch noch stimmlich und konditionell ein mehr als zweistündiges Konzert wie das hier vorliegende durchsteht, dann kann er sicher noch eine ganze Weile weiter machen. Sein Wunsch wäre sicherlich auf der Bühne zu sterben.

Natürlich merkt man Diamond irgendwo auch sein Alter an. Die Augen sprechen hier Bände. Sie tränen, ein Auge ist kleiner als das Andere. Aber das ist auch schon das Einzige, was augenscheinlich (man verzeihe die Anspielung) sehen könnte. Die Bewegungen wirken etwas träger, als bei einem jungen Künstler. Aber das macht Diamond mit einem großen Charisma wett. Er reißt sein Publikum mit, das natürlich jeden Song auswendig kennt. Kein Wunder, denn er spielt viele Lieder, die man sehr wahrscheinlich sogar selbst kennt. „Crowd-Pleasers“ werden sie auf der DVD genannt und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Seine Stimme ist auch weiterhin eine Stimme, die Gemütsregungen auszulösen in der Lage ist. Das gibt es heute nur noch selten.

Diamonds Band ist sichtlich auch nicht mehr die Jüngste, sie touren mit ihm ja schon seit rund dreißig Jahren durch die Lande. Aber das machen alle Musiker durch eine unglaubliche Professionalität wett. Obwohl das Publikum sogar direkt unter ihnen sitzt haben sie die Zeit zu lachen, sich richtig zu vergnügen. Wann sieht man das schon bei einer Band, die ja „nur“ hinter dem eigentlichen Star des Abends stehen.

Insgesamt ist das Konzert sein Geld absolut wert. Das kann man sich gerne des Öfteren ansehen und anhören. Hier sind ganz sicher keine Schlager zu hören, sondern grundsolider Rock‘n‘Roll mit ein wenig frühem Pop vermischt. Das macht Spaß, Laune zum Tanzen und ist sicher auch für die jüngere Generation geeignet.

Die technische Aufbereitung ist exzellent. Ein klares Bild, hervorragender Sound und dazu als Bonusmaterial noch ein Ausflug von Diamond in seine alte Heimat Brooklyn, das rundet das Ganze gut ab. Schade ist nur, dass man nicht auch noch eine CD beigelegt hat, um die Lieder auch außerhalb des DVD-Players genießen zu können.

Der Ausflug nach Brooklyn zeigt im Übrigen, wie sehr Diamond auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist. Ungerührt setzt er sich in die New Yorker Metro, lässt sich von Passanten grüßen und die Hände schütteln. Witzig ist die Begegnung mit Jugendlichen in Brooklyn, die ihn freilich gar nicht gekannt haben. Das alles macht einen sympathischen Eindruck und ist Gott sei Dank weit von dem Gekreische bei heutigen Musikgrößen entfernt.

Fazit:
Wer Neil Diamond noch nicht erlebt hat, sollte sich die DVD einmal anschauen. Und für die Fans ist sie ein Hochgenuss. Viele altbekannte Lieder sind drauf zu finden, einige Neue, die sich aber wohltuend einordnen und dazu eine Show, die eben kein Gehüpfe ist.

Neil Diamond: Hot August Night / NYC - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Neil Diamond
Neil Diamond: Hot August Night / NYC


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Label:
Sony Music

Erscheinungsjahr:
2008

Veröffentlichungstermin:
28.08.2009

Zur Website von Neil Diamond

Trackliste

Fett und kursiv markierte Lieder sind besondere Empfehlung des Rezensenten
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Rezension vom: 29.12.2009
Kategorie: Pop / Rock
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