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11.03.2010 - 08:06
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Musik-Besprechung - Annie - Don't Stop

Inhalt:

Annie ist zurück. Diesmal dann auch wirklich, nachdem das letztes Jahr mit der Veröffentlichung von Don't Stop so gar nicht geklappt hat. Probleme über Probleme, mal eben in short: Annie hatte ihr Album längst fertig, alles von den vermeintlich besten derzeit tätigen Produzenten abgemischt, die Veröffentlichung war für September 2008 geplant, doch es folgten Streitigkeiten mit dem Label, angeblich gefiel die Chartplatzierung der Vorabsingle I Know UR Girlfriend Hates Me nicht wirklich, so dass sich Annie kurzerhand von ihrer Plattenfirma trennte, die Songs des Albums leicht überarbeitete und ihre Platte schließlich diesem Herbst auf ihrem eigenen Label Totally Records veröffentlichte - fünf lange Jahre nach dem Debüt Anniemal, folgt so Annies zweites, reguläres Album Don't Stop; zuvor hatte sie 2005 einen Mix für die DJ-Kicks Serie gefertigt…

Mit dem ersten Stück Hey Annie gibt das neue Album gleich die Richtung vor: Popsongs. Die Dancebeats des ersten Albums Anniemal stellt man etwas hinten an, die großartigen Melodien dieser Platte jedoch nicht. Siehe My Love Is Better. Wuchtiger Pop und zehnmal besser als Kylie in den letzten zehn Jahren, bestens verfeinert durch Alex Kapranos von Franz Ferdinand an der Gitarre. Und die nächste Steigerung folgt sogleich: minimal an beste Electronic Zeiten füllt man sich mit Bad Times erinnert, wenn Electronic denn mal eine weibliche Sängerin gehabt hätten.

Der folgende Titeltrack fährt die Beats sogleich hoch: Don't Stop gibt sich sphärisch und doch letztlich ein wenig zu unterkühlt. Paul Epworth, Hausproduzent u.a. bei Indiegrößen wie Bloc Party, nahm sich des Annie Tracks I Don't Like Your Band an und verwandelt diesen in einem Electro-Disco-Pop Kracher mit vage aufblitzenden Erinnerungen an Donna Summer und deren I Feel Love.

Mit Richard X, der die meisten Hits auf Anniemal produziert hat, arbeitete Annie auf dem neuen Album leider nur ein einziges Mal beim Songs Remind Me Of You zusammen, doch auch hier kam ein wahre Popperle heraus, ein Highlight des Albums. Was man vom weinerlichen Marie Cherie sicher nicht behaupten mag: zu viel Drama, zu viel Zuckerguss. Es folgt eine leichte Abkehr vom Pop der vorangegangenen Songs: Take You Home wirkt dunkler, wirkt gar schüchterner und ist eine willkommene Abwechselung im bunten Annie Universum.

The Breakfast Song ist dann vielleicht der nervigste Track der Platte und erinnert nicht von ungefähr an I Want Candy von Bow Wow Wow, ein Song, den Annie selber auch auf ihre DJ-Kicks gepackt hat. Bei Loco findet sich erneut Kapranos an der Gitarre wieder, diesmal sogar unterstützt von Nick McCarthy, ebenfalls F.F. Mitglied. Hört man nur nicht wirklich, dank den Dancebeats die Xenomania drüber schmiert. When The Night scheint die unvermeidliche Popballade zu sein, die nun auch Annies Alben beim zu suchen scheint; hätte es nun nicht gebraucht. Ans Ende der Platte hat man Heaven And Hell gestellt, typischer Pop nach Xenomania Manier, die mit ähnlichen Tracks die englischen Charts das ein oder andere Mal in Griff haben - nur zu Annie passt dieses Gekitsche mal überhaupt nicht, sorry…



Aufarbeitung:

Don't Stop ist des weiteren als limitierte Doppel-CD erschienen. Wer sich nämlich schon fragte wo denn die beiden Vorabsingles I Know UR Girlfriend Hates Me und Anthonio geblieben sind, wird hier auf der sogenannten All Night EP fündig. Zusätzlich findet man noch drei weitere Songs auf dieser zweiten CD, da wären: eben jenes All Night, dann I Can't Let Go, ein Duett mit Fredrik Saroea von Datarock und das abschließende Sweet, welches erneut von Xenomania produziert wurde, die zuletzt unter anderem maßgeblich am Erfolg des Pet Shop Boys Albums Yes beteiligt waren…



Fazit:

Don't Stop ist ein astreines Dance-Pop Album, funktioniert als solches über Längen bestens und will vielleicht auch gar nicht mehr sein. Anders Anniemal: bestens ausgearbeitete Songs, grandios produziert, zu recht 2004 ein Überraschungserfolg. Die Erwartungen an die zweite Platte waren so entsprechend groß, die Probleme vor Veröffentlichung bekanntlich ebenfalls und vielleicht hatte Annie dann auch einfach keine Lust mehr, gemäß dem Motto Hauptsache fertig. Man wird eben das Gefühl nicht los, das hier mehr hätte passieren können. So ist Don't Stop nicht perfekt, aber ebenfalls natürlich nicht völlig misslungen, im Gegenteil. Doch dem Vergleich zum Debüt Anniemal kann diese Platte nun mal nicht Stand halten, schade…



Annie - Don't Stop - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Annie
Annie - Don't Stop


Autor der Besprechung:
Maurice Funken

Label:
Alive

Preis:
€ 15,95

Erscheinungsjahr:
2009

Veröffentlichungstermin:
20.11.2009

Produzent:
Annie, Timo Kaukolampi , Richard X, Xenomania, Paul Epworth

Zur Website von Annie

Trackliste

Fett und kursiv markierte Lieder sind besondere Empfehlung des Rezensenten
NummerTitel
01Hey Annie
02My Love Is Better
03Bad Times
04Don't Stop
05I Don't Like Your Band
06Songs Remind Me Of You
07Marie Cherie
08Take You Home
09The Breakfast Song
10Loco
11When The Night
12Heaven And Hell

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Rezension vom: 30.11.2009
Kategorie: Beats
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