Musik-Besprechung - Apostle Of Hustle - Eats Darkness
Inhalt:
Die Apostle Of Hustle bestehen aus dem kleinen Who is Who der kanadischen Indie Szene: Andrew Whiteman, bestens bekannt als Gitarrist bei Broken Social Scene, Bassisten Julian Brown, selbst Mitglied in Feists Liveband, und Drummer Dean Stone, der u.a. auch für Amy Millan trommelt. Grob gesehen also eh mal alles BSS Umfeld, Kanada eben. Mit Eats Darkness liegt nunmehr das dritte Album der Apostle Of Hustle vor. Basierend auf der Annahme das aus der größten Dunkelheit auch die größtmögliche Kunst entstehen kann wählte man den Titel der Platte Eats Darkness…
Ein Autounfall, ein verstört wirkender Anruf, drohende Geräusche: Snakes ist eine Art Collage eben jener gerade benannten Dunkelheit bevor man mit Eazy Speaks zum eigentlichen ersten Song des Albums vordringt: noch leicht sind die kubanischen Einflüsse in der Musik zu hören, welche die beiden Vorgängeralben so durchzogen haben. Es folgt ein wahrlich grandioser Popsong mit Soul Unwind, welcher abermals seine Wurzeln in Whitemans Begeisterung für südamerikanische bzw. kubanische Rhythmen zu haben scheint, die der Gitarrist bei einer Reise nach Kuba anno 2001 entdeckte.
Die dunklen Ecke der Welt verlässt auch Sign nicht, abermals eine Art Soundcollagen, durch die ein Maschinengewehr rattert. Man erinnere sich jetzt bitte erneut an das Konzept des Album, danke. Es folgt ein ähnlich düsteres Perfect Fit, das leider deutlich Richtung Reggae abdriftet. Und da will man nicht hin. Dankbar ist man dagegen für die anschließende Leichtigkeit von Xerses, welche das Album auch nur auf diesem Song erreichen kann.
Es folgt ein erneuter Collagenbreak mit What Are You Talking About?. Mittlerweile hat man aber leider das Konzept des Albums kapiert, war ja nicht so schwer, so das diese Unterbrechungen eher störend denn besonders geistreich wirken. Anschließend plätschert auch Whistle In The Fog wenig aussagekräftig dahin, der titelgebende Track Eats Darkness ist ein Instrumental und auch eher bedächtiger Natur denn wirklich in die Dunkelheit eintauchend. Nach dem nunmehr üblichen Bruch mit Return To Sender ist How To Defeat A More Powerful Enemy erneut durchaus radiofreundlicher Pop.
Den folgenden Track Nobody Bought It könnte man fast ironisch verstehen: denn tatsächlich, den ach so gefahrenvollen Anstrich den sich die Platte mit den Soundschnipseln von aus dem TV mitgeschnittenen Schießereien und ähnlichen Geschichten verleihen will, übermalt die tatsächliche, eher wenig unheilvolle Musik in sekundenschnelle mit leichtem Material. So gibt man letztlich mit dem abschließend Song names Blackberry vielleicht sogar auf: locker, beschwingt, von Dunkelheit ist hier rein nichts mehr übrig, aber die soll ja auch letztlich zur Erleuchtung führen: in die Tiefe herab steigen, die Finsternis erfahren und zum Licht finden…
Fazit:
Mit rund 35 Minuten ist Eats Darkness die wohl bisher kürzeste Apostle Of Hustle Platte, gleichzeitig aber auch das bisher energischste, ja intensivste Werk der Band. Whiteman, Kopf der Band, beschreibt das Album dabei so: "Eats Darkness is a serial poem about some struggles people go through. Battles, from the macro to the micro. Songs about tactics and attitudes needed in 'life during wartime'. Each track is like tapas at the banquet of conflict. A small contribution to the articulation of a fucked and beautiful world." Nur spürt man diese auf dem Album beschworene Dunkelheit nicht immer. Zwar werden hier keine Regenbögen verspeist, aber so finster wie der Eats Darkness Titel vermuten lässt bzw. suggerieren will geht's auf der neuen Apostle Of Hustle Platte beileibe nicht zu. Was aber nicht stört, im Gegensatz zum konzeptuellen Ansatz der das Album doch zu zerstückeln droht. Collagen und Sounds zersetzen Eats Darkness mehr als das sie das Album zusammen halten. Aufgrund des Mangels an tatsächlichem konzeptuellem Niederschlag im eigentlichen Songmaterial fragt man sich eh, ob Whiteman die Eats Darkness Idee doch besser in der Schublade gelassen hätte…
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