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Wie eine Soap schief gehen kann |
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Als neutraler Beobachter könnte man sich verarscht vorkommen. War denn dies alles nur ein gewaltiger Marketingtrick? Da lassen sich Sarah Connor und Marc Terenzi medienwirksam mitten im Fernsehen trauen. Die Fans leiden bei den kleinen Problemen einer Promi-Ehe und deren Vorbereitung mit. Und natürlich wird jede Menge Merchandise an den Mann respektive Frau gebracht. Natürlich werden auch jede Menge CDs der beiden beteiligten Musiker verkauft. Denn natürlich war das Ganze so geplant, dass die Verbraucher animiert wurden Geld zu investieren. Es mag einem schon komisch vorkommen, aber so ist nun einmal inzwischen der Lauf der Welt. Man verkauft nicht nur ein Produkt, sondern gleich eine ganze Weltanschauung, der Star selbst wird zum Produkt, nicht nur das Ergebnis seiner Arbeit.
Eines erstaunt vor allen Dingen sehr sehr stark: Der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Trennung. Noch im Juli 2008 war alles eitel Sonnenschein gewesen – angeblich. Der Grund dürfte klar sein: Beide Künstler hatten neue CDs heraus gebracht. Im Fernsehen lief eine Fortsetzung der eigenen Doku-Soap. Hätte man sich zu diesem Zeitpunkt getrennt, wäre die gesamte Marketing-Strategie wie ein Kartenhaus in sich zusammen gefallen. Millionen wären versenkt worden. Das konnte man den beteiligten Firmen natürlich nicht antun. Also tat man diesen Schritt erst vier Monate später – oder auch nur. Denn man hatte sich ja noch SO verliebt gezeigt im Fernsehen, nichts konnte das Wässerchen trüben, das damals Liebe genannt wurde.
Die Frage ist in diesem Zusammenhang wirklich berechtigt: War es denn jemals Liebe? War das nicht alles gespielt? Die Simpsons haben es in Season 7 bereits einmal vorgemacht, als Selma den Hollywood-Star Troy McClure heiratet und der dies nur tut, um seine Karriere in Schwung zu bringen. Und genau das könnte auch bei Sarah und Marc der Fall gewesen sein. Immerhin: Allzu schlecht werden sie in dieser Zeit nicht verdient haben. Obwohl wohl Marcs Karriere nicht so voran ging, wie die von Sarah, die hierzulande allerdings auch sehr viel bekannter ist. Dennoch: Kannte kaum jemand Marc Terenzi vor deren medialer Hochzeit, so kennen ihn doch mittlerweile sehr viele Menschen in Deutschland. Es hat also wirklich etwas gebracht.
„Die Wurzeln dieser Entwicklung haben ihren Ursprung weit zurück und was immer jetzt in den Medien zu lesen ist, hat nichts mit den wahren Gründen unserer Trennung zu tun.“ So steht es auf der Homepage von Sarah Connor. Das ist sehr schwammig formuliert, zeigt aber ganz gut, dass zwar die Trennung von jetzt auf nachher bekannt gegeben worden war. Aber sie war sicher nicht komplett ungeplant, wurde aber zu einem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem das Marketing nicht mehr zu sehr gestört wurde.
„Unsere Familie ist für uns beide das Allerwichtigste und wird immer an erster Stelle stehen. Wir wollen den Spekulationen jedoch ein Ende setzen und das Ende unserer Ehe, nicht aber unserer tiefen Liebe und Freundschaft zueinander, bekannt geben.“ Die Frage dürfte schon berechtigt sein: Wenn sie sich doch noch lieben, warum trennen sie sich dann und wollen vor allem die Familie weiter führen? Das Ganze sieht doch sehr nach Marketing-Sprache aus, die selbst diese Situation noch so retten will, dass kein Schaden für die Karriere entsteht. Man hat hier sicher aus dem Desaster gelernt, das vor nicht allzu langer Zeit Britney Spears ausgelöst hatte. Skandale will man vermeiden und das war es auch schon.
Es wäre wünschenswert gewesen, wenn bei all diesem Kalkül die Beiden wenigstens keine Kinder in die Welt gesetzt hätten. Die werden unter all dem jetzt sehr zu leiden haben. „Es tut uns leid. Für uns, unsere Kinder und Familien.“ So steht es weiter in dem Statement auf Sarah Connors Site zu lesen. Mehr als ein Lippenbekenntnis ist das doch nicht.
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Artikel vom:
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02.11.2008 |
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Kategorie:
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Kolumne
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Autor dieses Artikels:
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Bernd Glasstetter |
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